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Fressende Kuh

Ketose bei Kühen: Symptome, Ursachen und Behandlung im Überblick


Nach der Kalbung steht die Milchkuh vor einer enormen Herausforderung: Die Energieaufnahme hinkt dem Energiebedarf oft hinterher. Wird diese Lücke zu groß, kann es zur Ketose bei Kühen kommen, einer unterschätzten Stoffwechselstörung mit gravierenden Folgen für Tiergesundheit und Milchleistung.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Was genau Ketose bei Milchkühen ist
  • Woran Sie Ketose bei Milchkühen frühzeitig erkennen
  • Welche Ursachen und Auswirkungen die Ketose für Milchkühe und Betriebe hat
  • Welche vorbeugenden Maßnahmen Sie ergreifen können
  • Wie Sie betroffene Kühe gezielt unterstützen können
  • Und wie der EnergieBolus von PerformaNat helfen kann, Energieengpässe sicher zu überbrücken

 
Was ist Ketose bei Kühen? 

Ketose bei Kühen ist eine Stoffwechselstörung, die vor allem in den ersten Wochen nach der Kalbung auftritt. Sie entsteht, wenn der Energiebedarf, insbesondere durch den Start der Milchproduktion, die Energieaufnahme übersteigt.

Die Kuh beginnt dann, körpereigenes Fett in großen Mengen zu mobilisieren. Dieses kann die Leber nicht ausreichend in Zucker umwandeln, da für den Stoffwechselprozess nicht genug Propionat aus der Pansenfermentation vorhanden ist. Durch diesen Stau im Stoffwechsel entstehen sogenannte Ketonkörper wie Aceton, Beta-Hydroxybutyrat (BHB) und Acetoacetat. Diese Stoffe reichern sich im Blut, im Harn und in der Milch an und stören zahlreiche Stoffwechselfunktionen. Zusätzlich hemmen hohe Ketonwerte die Futteraufnahme, wodurch der Teufelskreis der negativen Energiebilanz noch verstärkt wird.

Man unterscheidet zwischen subklinischer Ketose bei Kühen, die oft ohne erkennbare Symptome verläuft, und klinischer Ketose, bei der deutliche Krankheitsanzeichen sichtbar sind. Auch subklinische Fälle beeinträchtigen jedoch die Leistung und Gesundheit der Tiere erheblich und bleiben oft unentdeckt.

Ketose-Statistik

Ursachen: Warum tritt Ketose bei Milchkühen auf?

Mit Einsetzen der Milch rutschen alle Kühe in die sogenannte negative Energiebilanz: Der Energiebedarf steigt für die Milchbildung sprunghaft an, während die Futteraufnahme nicht im gleichen Maße zunimmt. Um die Milchproduktion sicherzustellen, schmilzt die Kuh Körperfett ein, was in der Leber nicht ausreichend verstoffwechselt werden kann. Diese Energie wird in Form von Ketonkörpern zwischengespeichert. Einige Kühe können ihre Energiebilanz wieder ausgleichen und die Ketonkörper wieder abbauen, andere rutschen in die subklinische oder sogar klinische Ketose und benötigen Unterstützung für den Stoffwechsel.

Typische Risikofaktoren sind:

1. zu hohe Körperkondition in der Trockenstehzeit

2. reduzierte Futteraufnahme rund um die Kalbung

3. hohe Milchleistung

4. Stress

5. Stoffwechselbelastungen bei Mehrkalbskühen

Laktose-Energiebilanz

Ketose bei Kühen erkennen: Symptome frühzeitig deuten

Ketose bei Kühen ist besonders im subklinischen Stadium schwer zu erkennen. Viele Tiere zeigen unspezifische oder schleichende Symptome, die leicht übersehen werden. Erste Anzeichen können sein:

1. Appetitmangel

2. reduziertes Wiederkäuen

3. ein Rückgang der Milchleistung

4. Trägheit und Gewichtsverlust

Bei klinischer Ketose kommen häufig starker Appetitverlust, süßlicher Geruch aus dem Maul, Verstopfung und deutlicher Leistungsabfall hinzu. Auffällig ist außerdem eine reduzierte Pansentätigkeit.

Die verlässlichste Diagnose gelingt über Bluttests, bei denen der BHB-Wert gemessen wird, indem ein Tropfen Blut aus der Schwanzvene mit einem Blutzucker-Messgerät analysiert wird. Werte ab 1,2 mmol/l deuten bereits auf eine subklinische Ketose hin, ab etwa 3 mmol/l spricht man von einer klinischen Ketose. Auch der Fett-Eiweiß-Quotient (FEQ) gibt einen Hinweis auf Ketose, da ketotische Kühe deutlich mehr Fett in der Milch haben. Bei FEQ-Werten von über 1,5 sollten Sie die Kuh genauer untersuchen lassen.

Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass der Zusammenhang zwischen dem FEQ und dem Ketosewert im Blut nur schwach ist. Deshalb können Sie anhand des FEQ nicht sicher feststellen, wie es um den Stoffwechsel der Kuh steht.

BHB-Messung


Folgen der Ketose: Auswirkungen auf Gesundheit und Wirtschaftlichkeit

Ketose wirkt sich nicht nur auf die aktuelle Milchleistung aus, sondern kann eine ganze Kette an Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Dazu gehören unter anderem:

1. Labmagenverlagerungen

2. Nachgeburtsverhalten

3. Gebärmutterentzündungen

4. Fruchtbarkeitsstörungen

5. Leberverfettung

6. geschwächtes Immunsystem

Auch das Risiko für Klauenerkrankungen steigt. Wirtschaftlich bedeutet Ketose für Milchviehbetriebe häufig geringere Milchmengen, höhere Tierarztkosten, eine verlängerte Zwischenkalbezeit und im schlimmsten Fall sogar den vorzeitigen Abgang wertvoller Tiere. Nicht zuletzt leidet auch das Tierwohl erheblich, wenn Ketosen zu spät erkannt oder unzureichend behandelt werden.

Ketose-Auswirkungen

Vorbeugende Maßnahmen

Gerade in der Anfütterungsphase sollte die Futteraufnahme hoch sein, damit die Kühe aus dem Futter möglichst viel Energie ziehen können und die negative Energiebilanz geringer ausfällt.

Je höher die Futteraufnahme vor der Kalbung ist, desto geringer ist das Risiko, dass die Kühe in der frühen Laktation erkranken. Außerdem sollte die Ration möglichst alle Futterkomponenten enthalten, die die Kuh auch nach der Kalbung erhält, damit sich die Mikroorganismen im Pansen nicht umstellen müssen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Körperkondition (BCS), welche zur Kalbung zwischen 2,5 und 3,5 Punkten liegen sollte. Hier sind rassespezifische Unterschiede zu beachten. Ist der BCS zu hoch, mobilisieren die Kühe bei einer negativen Energiebilanz viel zu viel Fett, was die Leber überlastet und nicht verwertet werden kann.

Neben diesen Punkten benötigen die Kühe weitere Rahmenbedingungen, um optimal in die Kalbung zu starten. Dazu zählen zum Beispiel gepflegte Klauen, wenig sozialer Stress – besonders für rangniedere Kühe –, ausreichend verfügbares und sauberes Wasser auch im Kalbebereich sowie ein gutes Liege- zu Fressplatzverhältnis.

 

Behandlung: Was hilft bei Ketose bei Kühen?

Ziel der Behandlung ist es, die Energiebilanz der Kuh schnell wieder auszugleichen und den Stoffwechsel zu entlasten. Um den Stau im Leberstoffwechsel zu lösen, werden sogenannte glucoplastische Substanzen benötigt, dazu gehören Propionat oder Glycerin, mit denen die Leber wieder Zucker für die Milchbildung und ihre eigenen Körperfunktionen bilden kann. Erst durch eine ausreichende Zufuhr von Propionat kann die Produktion von Ketonkörpern gestoppt und der Abbau der appetithemmenden Ketonkörper eingeleitet werden. Zusätzlich können phytogene Wirkstoffe helfen, die Futteraufnahme anzuregen, damit aus der Pansenfermentation ausreichend Propionat nachproduziert werden kann. Auch Lebendhefen sind in dieser Stoffwechsellage ein bewährtes Futtermittel, da sie die propionatbildenden Mikroorganismen im Pansen fördern und so dem Stau im Leberstoffwechsel entgegenwirken. Wichtig ist auch eine konsequente Kontrolle der BHB-Werte, um den Erfolg der Maßnahmen zu überprüfen.

Ein besonders bewährter Ansatz ist der Einsatz des EnergieBolus von PerformaNat. Er liefert schnell verfügbare Energie, fördert die Futteraufnahme und unterstützt gezielt den Leberstoffwechsel. Die enthaltenen Natrium- und Calciumpropionate wirken direkt im Glukosestoffwechsel, während pflanzliche Inhaltsstoffe den Appetit stimulieren.
Ketose-Behandlung

Energieversorgung stärken und Ketose-Risiko senken

PerformaNat bietet mit dem EnergieBolus eine gezielte Lösung für die Frühlaktation. Die Kombination aus schneller Energiebereitstellung und phytogenen Zusatzstoffen unterstützt Kühe in einer physiologisch besonders sensiblen Phase. Die Anwendung des EnergieBolus kann die Futteraufnahme verbessern, den Stoffwechsel stabilisieren und den Weg aus der negativen Energiebilanz erleichtern. Gerade bei Tieren mit hohem Leistungsniveau oder bekannten Risikofaktoren ist eine frühzeitige Intervention entscheidend.

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